MÖBELHAUS FINKE
HAMM, DEUTSCHLAND

© Reckmann, CC BY-SA 4.0

FACILITYMASTER SENKT ENERGIEKOSTEN UM 50%.

Beleuchtung und Klima sind im Einzelhandel essenziell – schließlich sollen sich Verkäufer und Kunden wohlfühlen. Auf großen Flächen treibt dieser Anspruch jedoch schnell die Energiekosten in die Höhe, wenn man nicht – wie das Möbelhaus Finke in Hamm – auf die richtige Technik setzt.

Licht lockt Leute – und deshalb strahlen überall auf der Welt Verkaufsflächen und Fassaden besonders hell. Wichtig für Verkäufer und Kunden ist außerdem ein angenehmes Klima. Heizung, Kühlung und Lüftung sowie Beleuchtung benötigen aber auch eine Menge Energie. Der Energieverbrauch einer Verkaufsfläche ist daher ein entscheidender betriebswirtschaftlicher Faktor. Denn gigantische Verkaufsflächen führen zu gigantischen Energiekosten.

Das muss nicht sein, fand Dietmar Schneider, Energieberater bei der Möbelhauskette Finke und setzte konsequent auf KNX-Sensoren und -Aktoren sowie auf den »EIBPORT« und »FACILITYMASTER« der BAB TECHNOLOGIE GmbH und reduzierte die Energierechnung um fast 50 Prozent.

 

WEG MIT DEN SCHALTERN

Die Idee hinter dem Konzept bei Finke in Hamm – und in allen deutschen Finke-Häusern – ist es, den tatsächlichen Licht-, Luft- und Heizungs-Ist-Zustand fortlaufend zu ermitteln und den jeweiligen Notwendigkeiten anzupassen.

Licht leuchtet nur dort, wo es gebraucht wird. Das bedeutet, dass viele vernetzte Präsenzmelder installiert werden mussten. Lichtschalter fehlen dagegen fast gänzlich. Denn eins haben Energieberater gelernt: Der größte Störfaktor für eine Energieoptimierung ist der spontane Eingriff des Menschen. Licht wird in Räumen zwar eingeschaltet, aber oft nicht wieder ausgeschaltet. Die Heiztemperatur wird von einem Mitarbeiter nach oben korrigiert, der nächste senkt sie ab. Im Extremfall »kämpft« die Klimaanlage dann gegen die Heizung.

Bei Finke sorgen Sensoren dafür, dass stets ideale klimatische Bedingungen und Beleuchtungszustände für Kunden, Mitarbeiter und die Energierechnung herrschen. Im Hintergrund kümmert sich KNX darum, dass alle Regeln ausgeführt werden. »KNX ist zuverlässig und bietet alle Möglichkeiten der Automation, auch bei einer so großen und     komplexen Installation wie hier. FACILITYMASTER, EIBPORT und die Visualisierungstools waren eine wichtige Voraussetzung, damit die Gebäudesteuerung auch Hausmeister-kompatibel gestaltet werden konnte«, erklärt Schneider. Bei Finke spricht die gesamte Haustechnik KNX. Komponenten, die nicht KNX-fähig sind, wurden entsprechend umgebaut. Das war unter anderem bei den beiden Heizkesseln notwendig – mit positiven Folgen.

Durch die Einbeziehung in das Gesamtsystem laufen die Kessel nun bedarfsgerecht zu 90 Prozent der Zeit auf der niedrigsten Stufe. Beide Kessel ergänzen sich bei Bedarf. Wärme wird nur dann erzeugt, wenn die Raumsensoren vor Ort einen Bedarf melden. So konnten die Zahl der Starts der Kessel von 271.000 auf ca. 80.000 reduziert werden. Das Ziel, die Kosten um 30 Prozent bis 40 Prozent zu reduzieren, wurde erreicht.Angenehmer Nebeneffekt: Auch die Wartungskosten sanken. Bei weniger Starts und weniger Betriebskosten verschleißen die Komponenten langsamer als im Normalbetrieb.

 

LICHT NACH BEDARF

Der Markt öffnet täglich um 10 Uhr. Von 7 Uhr bis zur Eröffnung wird auf- und eingeräumt. Dazu müssen die Verkaufsflächen natürlich nicht durchgängig beleuchtet werden. Dort, wo gearbeitet wird – und Präsenzmelder erkennen das – herrschen natürlich optimale Lichtverhältnisse, andere Bereiche sind noch dunkel. Ohne diese Steuerung würde elektrische Energie für die Beleuchtung vergeudet. Zum Ende des Geschäftstages wird das Licht planmäßig um ein Drittel reduziert. Auch wird das Tageslicht gemessen und berücksichtigt. Bei Finke ist dazu jeder Raum und jedes Segment im Verkaufsbereich einzeln adressierbar.

Ein wichtiges Kriterium für die Stromrechnung sind Lastspitzen. Diese entstehen in konventionellen Häusern morgens beim »Hochfahren« des Gebäudes. Tausende von Leuchten und Vorschaltgeräten starten gleichzeitig, ebenso Gebläse und Pumpen und in der Gastronomie starten Öfen, Kaffeemaschinen und Wärmesysteme. Die Folge ist eine enorme Verbrauchsspitze. Nicht so beim gemanagten System von Finke. Es ist darauf ausgelegt, Spitzen zu vermeiden.

Wochentage, Samstage, verkaufsoffene Sonntage und die Vorweihnachtszeit bedeuten unterschiedliche Szenarien. Das Steuerungssystem, das auf Basis der »EIBPORTs« und »FACILITYMASTER« von Dietmar Schneider und seinem Team entwickelt wurde, verfügt natürlich über einen Kalender. Ein mühsames Schalten hunderter Leuchten und manueller Steuerung von Lüftung und Heizung ist nicht mehr notwendig. Im Fokus steht dabei nicht die Bequemlichkeit, sondern die Zuverlässigkeit. Ein echter Hingucker ist die Fassade. Die Philips RGB-LED-Strahler sind von Dietmar Schneiders Kommandostand in Farbe und Intensität frei ansteuerbar.

 

SICHERHEIT STEHT IM MITTELPUNKT

Ein wichtiger Aspekt bei so komplexen Systemen ist die IT-Sicherheit. Schließlich könnte es für Kriminelle interessant sein, das IT-System mit der Gebäudesteuerung eines Möbelhauses zu kapern und das Unternehmen zu erpressen. Finke hat auch hier Vorkehrungen getroffen, damit so etwas nicht passieren kann. Nach außen hin zum Internet wurden hohe Schutzstandards implementiert, aber auch gegen Angriffe von innen wurden dank der »eibPorts« und des »Facilitymasters« die bestmöglichen Verfahren umgesetzt. So ist es praktisch ausgeschlossen, dass die Gebäudesteuerung von Kriminellen »übernommen« werden kann. Auch die Finke Möbelhäuser in Paderborn, Münster, Jena, Erfurt und Kassel sind wie das Haus in Hamm ausgestattet und lassen sich von Hamm aus steuern und überwachen.

ProjektmanagementDietmar Schneider, Energiebeauftragter
CustomerMöbelhaus Finke
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